50 Jahre Mauermuseum – Museum am Checkpoint Charlie 14. Juni 1963 – 14. Juni 2013

13. Juni 2013, Berlin – Der Vorsitzende der Konrad Adenauer Stiftung und ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments Dr. Hans-Gert Pöttering hält heute die Festrede zum 50. Jahrestag der Eröffnung des Mauermuseums – Museum am Checkpoint Charlie. Er würdigt damit die Leistung von Dr. Rainer Hildebrandt, der diesen Gedenkort 1963 gegründet hat. Dies verdeutlicht auch durch die Anwesenheit von Prof. Sergei Chruschtschow, dem Sohn des damaligen Partei- und Staatschefs Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, der bereits 2011 einen Festakt des Museums begleitete und an diesem Jubiläum eine Würdigung sprechen wird.
Die vier Jahrzehnte der Teilung Deutschlands werden immer mehr aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verdrängt. Was dort Alltag war – ein Volk geteilt, Mauer, Zonengrenze, Reiseverbot im Osten, Staats- und Weltgrenze direkt vor der Tür, Flüchtlinge und Schüsse, ist für viele Menschen nur noch schwer vorstellbar. Bald wird keiner mehr wissen, wie sich das geteilte Deutschland anfühlte. Vor fünfzig Jahren war es die Freiheit für ganz Europa, die wie ein Traum erschien, dem nicht viele Menschen die Chance zur Verwirklichung gaben.

Dr. Rainer Hildebrandt entschied sich damals dafür, mit dem Mauermuseum Museum Haus am Checkpoint Charlie einen Platz zu schaffen, der sich bis heute für Freiheit, Frieden und Menschenrechte sowie gegen Diskriminierung einsetzt, zur politischen Diskussion beiträgt und damit eine Vielfältigkeit von Weltanschauungen und Lebensformen unterstützt.
Eindrücklich, einprägsam und von besonderer geschichtlicher Bedeutung ist die Darstellung des geteilten Deutschlands hin zum Mauerfall im Mauermuseum. Dank der standhaften Freundschaft der Demokratie des Westens, der USA, Großbritanniens und Frankreichs, die den Anspruch auf Frieden und Freiheit für den Kontinent festhielten, wurde aus dem Traum Wirklichkeit hier in Berlin.

Doch werden daneben auch bürgerliche Initiativen für Freiheit und Menschenrechte von internationaler Bedeutung aufgezeigt. Augenfällig erleben Besucherinnen und Besucher dies in der Ausstellung „Von Gandhi bis Wałęsa“. Sie illustriert mit 14 Leihgaben, wie weltweit in verschiedenen Ländern Recht durchgesetzt wurde, ohne Unrecht zu tun. Gewaltfreier Widerstand kann erfolgreich sein, wie diese und andere hier dokumentierten geschichtlichen Beispiele beweisen.
Dargestellt wird, wie freiheitsbewusste Bürger zusammen mit unerschrockenen Medien für die Prinzipien von Menschenrechten, Demokratie und Recht eintreten und sie mutig und nachhaltig verfolgen. Der arabische Frühling zeigt heute auf, dass moderne Kommunikationsmittel zusätzlich neue, erfolgversprechende Wege ermöglichen.

Die hohe Wertschätzung, die dieses politischste Museum Deutschlands auch im Ausland genießt, belegen die zum Jubiläum übersandten Grußworte der englischen Königin sowie anderer Staats- und Regierungschefs. Anders Fogh Rasmussen, der Generalsekretärs der NATO, bedankt sich in seinem Grußwort besonders für die Dauerausstellung „NATO – Mission für Freiheit“, die das standhafte Einstehendes Bündnisses für Freiheit und Demokratie aufzeigt, wovon sich Rasmussen bei seinem Besuch im letzten Jahr persönlich überzeugte. Er hebt die Bedeutung des Museums für die Bildung junger Menschen hervor.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann würdigt diesen Aspekt mit den Worten: „Gerade jungen Menschen sollen so Lehren aus der Vergangenheit vermittelt werden, damit sie vergangene Fehler nicht wiederholen.“ Er schließt mit den Worten:“ Vom Museum Checkpoint Charlie geht mithin seit Jahrzehnten ein Klang aus, den man bis heute in aller Welt hört.“

Pater Vincens von der Societas Divini Salvatoris gedenkt abschließend mit einem Gebet den Menschen, die im Einsatz für Freiheit und Menschenrechte ihr Leben oder ihre Gesundheit eingebüßt haben.

 

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